3. Von der Idee zum Buch

Namen für Romanfiguren entwickeln

Bei der Erschaffung von Romanfiguren und deren Welten spielen Namen eine wichtige Rolle. Den Namen eines Charakters oder eines Schauplatzes im Buch prägt sich ein Leser schnell ein und ist mit ihm am ehesten konfrontiert.

Hier eine Liste von Dingen, denen du einen (veränderten) Namen geben kannst:

  • Länder
  • Städte
  • Wälder, Wüsten und Gebirge
  • Straßen
  • Planeten
  • Protagonisten
  • Tieren und Fabelwesen
  • fiktive Gegenstände
  • Veranstaltungen oder Events, die im Roman vorkommen
  • Pflanzen

Beispiele aus meinen Werken

Je nach Genre sind veränderte oder ausgedachte Namen von Bedeutung. Zum Beispiel könnte die Bezeichnung für Mutter oder Großmutter in der Geschichte anders heißen – in einem Fantasyroman nicht unüblich. Bei meiner künftigen Drachenroman-Reihe wird es beispielsweise Mamyu und Papyu statt Mama und Papa geben. Ist es beispielsweise ein fiktiver, aber reeller Roman, der in unserer Dimension spielt, kannst du dir für Alltagsgegenstände Namen ausdenken. So gibt es im zweiten Band von „Liebe ist unvergänglich“ ein Smart-Home-System, welches „Oli“ genannt wird. Mit der Umbenennung vermeidest du Werbung in deinem Buch für Produkte aus dem aktuellen Leben.

Des Weiteren solltest du folgende Dinge mitberücksichtigen:

  • Ist der Name einprägsam?
  • Kann man den Namen gut aussprechen oder lesen?
  • Gibt es Verwechslungsgefahr mit anderen Namen in der Geschichte?
  • Ist es dir wichtig, dass der Name eine Bedeutung hat?

Die Kraft der Namen

Ein Name hat sehr viel Macht darüber, wie eine Romanfigur oder ein Ort auf den Leser wirkt. Jeder hat sofort ein Bild vor Augen, wenn er einen Namen hört. Manche klingen sofort nach einem Elf. Andere lassen einen Nerd im Kopf entstehen oder drücken Kraft aus. Während es im realen Leben so ist, dass Eltern ihren Kindern zur Geburt einen Namen geben und sich erst dann der Charakter bildet, ist es in der Romanentwicklung genau umgekehrt. Der Name ist meist ein Indiz auf die Spezies oder einen Charakterzug. Aeris oder Adonis, klingen beispielsweise kraftvoll und männlich – wie ein Krieger. Ein Protagonist, der eher schmächtig und zurückgezogen lebt, würde einen weicheren Namen brauchen. Wie du einen Charakter erstellst, erfährst du hier.

Orte, Länder, Städte, Welten – so viele Namen

Welten und Orten einen Namen geben, das sollte überlegt sein. Soll der Wald beispielsweise eine größere Rolle spielen oder sofort etwas ausdrücken, kannst du ihn beispielsweise „Dunkelwald“ nennen, oder „Wälder der Furcht“. Besonders in Fantasyromanen gibt es viele Orte, die keinen direkten Titel tragen, sondern den Zustand ausdrücken: „Großwald“ oder „Niemalsland“. In der Geschichte „Das zehnte Königreich“, gibt es einen Ort namens „Kussstadt“. Es wird sogar erklärt warum: Dies ist der Ort der Liebe, an dem der Prinz Schneewittchen aus dem Schlaf geküsst hat. Du kannst deiner Fantasie also freien Lauf lassen. Soll ein düsterer Ort einen Namen bekommen, wähle einen, der finster, geheimnisvoll, böse oder hart klingt. In der Fernsehserie „Angel – Jäger der Finsternis“ gibt es eine Höllendimension namens „Quor-Toth“ [Kor-thof]. Klingt nicht unbedingt nach einer Dimension voller Lollipops und Zuckerwatte, oder? Genau das kannst du mit Ortsnamen erreichen.

Romanfiguren benennen

Romanfiguren Namen zu verpassen, kann lange dauern. Außerdem ist es abhängig davon, ob es ein Haupt- oder Nebencharakter ist. Der Name einer Romanfigur muss nicht immer eine tiefere Bedeutung haben. Wenn du an deinen Bekanntenkreis denkst und den Namen Ben toll findest – einfach so, dann nimm ihn. In den japanischen Versionen von Sailor Moon trägt die Hauptprotagonistin den Namen Usagi – zu Deutsch: Hase. In der deutschen Version wird sie Bunny genannt. Warum? Die Figur wird in ihrer Story mit einem niedlichen Hasenkopf in Verbindung gebracht. Sailor Moon ist dem Mond zugeordnet und in der japanischen Kultur gibt es den Hasen im Mond (im Deutschen ist es der Mann im Mond). Namen können die Herkunft oder die gesellschaftliche Schicht verraten. Lagertha ist zum Beispiel ein nordischer Name. Helga ist ein typischer Name aus den 50er Jahren. Es ist also auch abhängig davon, in welcher Zeit deine Geschichte spielt. Außerdem sollten Klang und Rhythmus zum Wesen passen.

Gib mir einen Namen!

Für die Namensfindung inspirieren lassen

Fällt dir auf Anhieb kein Name ein oder gefällt dir deine Auswahl nicht sonderlich, kannst du dich für die Namensfindung von Generatoren im Internet inspirieren lassen. Je nachdem was du suchst, gib es in die Sucheingabe ein. Namensgeneratoren finden sich für alle möglichen Dinge: Orte, Fantasy, Städte, Figuren und vieles mehr. Dabei werden Silben, einzelne Buchstaben oder bekannte Namen zufällig zusammengewürfelt. Eine beliebte Methode unter Buchautoren ist das Durchklicken bei Pinterest. Grundsätzlich solltest du immer die Möglichkeit des Aufschreibens zu nutzen. Manchmal fällt einem unterwegs ein Name ein oder du liest ihn irgendwo. Schreib ihn auf! So kannst du ihn nicht vergessen und dann später entscheiden, ob und wann du ihn verwenden magst.

Mir hilft Latein übrigens häufig weiter. Ich überlege mir bei Namen gerne, welche Bedeutungen sie haben und schlage die Begriffe in der lateinischen Sprache nach. Dann wandle ich sie etwas ab und habe passende Namen. Eignet sich bestens für Fantasy-Geschichten oder auch für Zaubersprüche.

Manchmal schaue ich mich um und ändere Modellnamen von irgendwelchen Gegenständen so ab, dass sie als Rufname passen. Bei Liebesromanen gehe ich schlicht nach dem, was mir gefällt. Allerdings solltest du auch darauf achten, woher die Figur kommt. Stammt sie aus Indien, eignet sich kein englischer Name usw.

Am Ende kommt es darauf an, dass du mit den Namen in deinem Roman zufrieden bist und das geschieht dann, wenn du das Gefühl hast: „Ja – das ist er“.

Author

tina@familie-reinhardt.de

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