3. Von der Idee zum Buch

Der Schreibprozess

Du hast dein Buchprojekt geplottet, an den Details gefeilt, Charaktere ausgebaut und es geht ans Schreiben. Wie läuft der Schreibprozess eigentlich ab und gibt es Dinge, die du beachten solltest? Eine Buchidee umzusetzen, ist harte Arbeit und erfordert Geduld.

Im Strudel des Buches

Bevor es für dich in den Strudel des Buches hineingeht, musst du anfangen, die ersten Buchstaben auf deiner Tastatur zu drücken. Der Schreibprozess beginnt, sobald du loslegst. Das ist für manche Autorinnen und Autoren ein Hindernis. Aber wenn sie erst einmal tippen, läuft es.

Tipp: Wenn du dir noch unsicher bist, für welche Erzählperspektive du dich entscheidest, kann es helfen, eine Szene aus dem Buch aus mehreren Perspektiven zu schreiben. Du wirst dabei merken, welche am besten zu deinem Roman passt.

Du möchtest nicht mit dem ersten Satz deines Romans anfangen, sondern mit einer bestimmten Szene? Kein Problem! Das Schöne am Buchschreiben ist, dass du dich vom Strudel des Buchschreibens so erfassen lassen kannst, wie es für dich passt.

Tausche dich mit anderen aus

In Gruppen lassen sich viele Dinge gut diskutieren. Es gibt kein Geheimrezept oder einen vorgeschriebenen Weg, wie du deinen Roman zu Papier bringst. Einige schreiben chronologisch oder springen zwischen den Kapiteln, wie sie gerade Lust haben. Wenn du noch nicht weißt, was besser für dich persönlich ist, rate ich, es auszuprobieren. Am Ende geht es darum, wie du effektiv durch deinen Schreibprozess kommst. Tausche dich mit Kollegen aus und mache deine eigenen Erfahrungen. So lernst du am besten, wie das Buchschreiben für dich klappt.

Tipp: Während des Schreibprozesses solltest du dir Notizen machen, wenn dir an deinem Text etwas auffällt oder du später etwas hinzufügen oder nachschauen willst.

Wenn die Prokrastination dich sabotiert

Prokrastination ist der Zustand, Dinge aufzuschieben. Dieser Umstand sorgt zuweilen dafür, dass Buchprojekte sehr lange brauchen, bis sie beendet werden oder gar unvollendet bleiben. Prokrastination ist in erster Linie gar nichts Negatives. Dein Gehirn sagt, dir dass es viel schönere Dinge gibt. Ab und zu mal eine Sache schleifen lassen, ist kein Weltuntergang. Wenn du in deinem Schreibprozess jedoch vorankommen möchtest und keine „fünf Jahre“ an einem Buchprojekt sitzen magst, dann gewöhne dir an, Prokrastination bewusst zu entlarven. Manchmal sind es auch Schreibblockaden, die dich beeinflussen. Was dabei helfen kann, habe ich in der Vergangenheit bereits auf Instagram thematisiert. Schau vorbei.

Nachgedacht:
Während des gesamten Schreibprozesses wirst du immer mal wieder Momente erleben, in denen Szenen weniger Spaß machen oder der Alltag holt dich vom Computer weg. Gönne dir deshalb Pausen, aber achte auf deine Gedanken: Dein Buch wird nicht fertig, wenn du lieber Spiele zockst oder Serien schaust. Frage dich: Wie wichtig ist dir die Fertigstellung deines Buchbabys?

7 Tipps zum Schreibprozess

Besonders während des gesamten Schreibprozesses wirst du immer mal wieder Phasen haben, in denen du gerne etwas anderes machen möchtest. Hier bekommst du 7 Tipps, wie du dich überwindest, dran zu bleiben.

  1. Nimm dir aktiv Wochentage und oder Uhrzeiten aus deinem Alltag heraus, um dich zum Schreiben hinzusetzen. Du könntest dir einplanen, dreimal in der Woche für jeweils eine Stunde zu schreiben.
  2. Stille soll bekanntlich das Gehirn anregen. Aber hast du schon einmal versucht, mit einer Playlist passende Musik abzuspielen, die richtig gut in die derzeitige Romanszene passt? Viele Autorinnen und Autoren erleben hier ihren Flow!
  3. Tritt einer Schreibgruppe bei oder hole dir einen Schreibbuddy an die Seite. Das animiert dich dazu, keine allzu großen Schreibpausen zu machen.
  4. Schreibe nur, wenn du wach bist. Wer sich übermüdet an den Roman setzt, verbringt vermutlich das nächste Mal viel Zeit beim Korrekturlesen.
  5. Sprich mit anderen über deinen Schreibprozess. Das regt nicht nur deine Fantasie an, sondern deckt Plotlücken auf und es macht Lust aufs Schreiben.
  6. Hast du Probleme, dich an deine innerlich getroffene Verabredung mit deinem PC zu halten, trage dir deine Schreibzeit in deinen Kalender, als sei es ein wichtiger Termin. Damit trickst du dein Gehirn aus und es fällt dir leichter, deine eigenen Vereinbarungen einzuhalten.
  7. Versuche, die Schreibpausen so klein wie möglich zu halten. Je länger du zwischen deinen Schreibtagen pausierst, desto mehr Zeit brauchst du, um wieder „reinzukommen“.

Die Rohversion deines Buchprojekts

Die Rohversion ist die allererste Version deines Romans, ohne Überarbeitung. Fast alle Autorinnen und Autoren feiern die Fertigstellung ihrer Rohversion. Manche Schriftstellerinnen und Schriftsteller schreiben einfach runter, ohne nachzulesen, was sie zwei Tage vorher geschrieben haben. Warum? Sie überlisten sich selbst. Denn wenn sie erst einmal anfangen, alles noch einmal zu lesen, bewertet das Gehirn automatisch das Geschriebene und somit würde ein Korrekturprozess stattfinden. Das kostet mehr Zeit, weil du nach der Fertigstellung deiner Rohversion sowieso redigieren wirst. Manche Schreiberlinge haben damit aber kein Problem.

Redigieren im Schreibprozess

Erst nach der Rohversion sind Korrekturschleifen an der Reihe und dein Manuskript wird redigiert. In dieser Phase des Schreibprozesses betrachtest du dein Buchprojekt mit kritischen Augen, merzt Schreibfehler aus, die dir auffallen, streichst oder fügst Abschnitte hinzu. Dabei gehen die meisten Autorinnen und Autoren von oben nach unten, von Kapitel zu Kapitel vor. Diese Phase des Schreibprozesses kann mehrere Instanzen durchlaufen. Während der gesamten Zeit wirst du Momente erleben, in denen du nicht sicher bist, ob und wie du etwas formulieren sollst. Deshalb gehören Testleserinnen und Testleser dazu, die dir sagen können, ob eine Szene gut geschrieben ist. Natürlich dürfen auch Lektorat oder Korrektorat nicht fehlen, denn deren Feedback musst du zum Schluss des Schreibprozesses auch umsetzen.

Irgendwann solltest du dir einen Endpunkt für das Redigieren überlegen, denn wenn du dein Werk zum zehnten Mal liest, wirst du noch immer etwas finden, was du „verbessern“ kannst. Doch schließlich möchtest du mal sagen können: „Jetzt ist es fertig für die Veröffentlichung!“

Ein Beispiel wie du vorgehen kannst:

  • Rohversion schreiben
  • Roman komplett lesen und überarbeiten
  • Geschichte an Testleserschaft weitergeben und Feedback einholen
  • Diese Rückmeldung in der folgenden Überarbeitung umsetzen
  • Das Werk an das Korrektorat/Lektorat weitergeben
  • Buch beenden

Natürlich kannst du vor oder nach dem Korrektorat/Lektorat noch einen weiteren Durchgang einbauen, in welchem du das gesamte Buch liest. Aber danach sollte Schluss sein 😉

Wie gestaltest du deinen Schreibprozess? Verrate es mir in den Kommentaren.

Author

tina@familie-reinhardt.de

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