1. Als Texter Geld verdienen

Gregors Alltag als Teilzeit-Texter

Zwischen Vollzeitjob & Texter-Eskapaden

Mit meiner regulären Vollzeitstelle als Sozialarbeiter gehöre ich sicherlich zu den Exoten unter den Schreiberlingen. Anders als die meisten Vollzeit-Texter, bin ich nämlich tagsüber zunächst mit den Problemlagen und Anliegen meiner Klienten beschäftigt, bevor ich mich abends dem Texten widmen kann. Man könnte auch sagen: Erst die Arbeit, dann das (Schreib)vergnügen.

Dank dieser freiwilligen „multiplen Berufstätigkeit“ überrascht es auch nicht, dass ich mitunter etwas „längere“ Arbeitstage habe. Irgendwie muss schließlich beides unter einen Hut gebracht werden. Doch auch wenn es mitunter etwas stressiger ist, eines kann ich nach einem knappen Jahr „Doppelbelastung“ festhalten: Ich liebe es.

Am Anfang war der Kaffee und erst dann kam das Wort

Mein Tag beginnt aktuell recht früh, sodass ich spätestens um 5:50 in der Küche meinen ersten Kaffee aufbrühe, womit ich das typische Schreiber-Klischee im Hinblick auf die Koffeinsucht schon am Morgen bestätige. Ok, ich trinke ihn stets nur schwarz, eventuell ist das etwas individueller.

Da ich in den letzten Monaten zahlreiche neue Kunden und langfristige Aufträge ergattern konnte, beginne ich bereits vor meinem offiziellen Arbeitstag mit den ersten Texter-Tätigkeiten. Zu Beginn meiner „Karriere“ verlief es noch deutlich entspannter, doch dazu später mehr.

Fun Fact: Interessanterweise bin ich in den frühen Stunden bis ca. 8:00 Uhr am produktivsten. Innerhalb meiner goldenen „Kaffee-Stunden“ bekomme ich oftmals mehr als dreiviertel meines Arbeitspensums weggeschafft. Dass ich dabei schon mindestens drei Kaffee intus habe, ist nur ein angenehmer Nebeneffekt des Ganzen.

Times New Roman(ce)

In der Regel beginnt mein regulärer Arbeitsalltag spätestens ab 9:00 Uhr. Ich arbeite im Rahmen der Jugendhilfe mit jungen Erwachsenen, die auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit noch Einiges an Unterstützung benötigen. Man kann sich vorstellen, dass da unterschiedliche Punkte und Themen zur Sprache kommen und es nie wirklich langweilig wird.

Da meine Klienten durchaus viel Bedarf haben, ist Kommunikation und ein lösungsorientierter Ansatz Trumpf. Keine Frage, der Job macht mir Spaß, jedoch fehlte mir im Arbeitsalltag häufig der kreative Input, was letztlich dazu führte, dass ich mit dem Schreiben begonnen habe.

Als Angestellter habe ich den Luxus, dass ich über meinen Arbeitgeber sozialversicherungspflichtig beschäftigt bin und mir keine Sorgen über Themen wie die private Krankenversicherung oder eine plötzlich stagnierende Auftragslage machen muss.

Daher ist meine Tätigkeit als Schreiber bzw. Texter eine Mischung aus kreativem Hobby und Leidenschaft oder wie ich es nenne: Meine risikoarme Verwirklichung.

Wie macht er das nur?

Unabhängig von meiner Hauptbeschäftigung bin auch ich auf Kundenaufträge angewiesen. Da ich ein Freund straighter Ansätze bin, schließlich ist das Leben schon kompliziert genug, habe ich mir überlegt, wie ich am stressfreiesten an neue Kunden käme.
Recht schnell habe ich erkannt, dass ich erst dann beauftragt werden kann, wenn potentielle Auftraggeber auch wissen, dass es mich gibt. Wo waren wir? Genau, stressfrei!

Make it easy ebay

Alles was ich benötigte, war eine Plattform, auf welcher ich passende Angebote finden konnte. Glücklicherweise gab es mit ebay-Kleinanzeigen einen Ort, der vor kleineren Texter-Jobs nur so wimmelte. Nach einer kurzen Akquisephase konnte ich mir meine ersten Aufträge angeln und mit dem Schreiben beginnen.

Aus Akquise werden Texter Anfragen

Das Ganze entwickelte sich dann innerhalb von wenigen Wochen recht dynamisch. Während ich anfangs bei der Kundenakquise meinen Texter-Lebenslauf zwecks mangelnder Erfahrung „optimiert“ habe, kamen plötzlich immer neue Aufträge. Dabei fungierten gerade meine ersten Kunden als höchst fleißige Multiplikatoren, welche mich ihren Kunden oder Geschäftspartnern empfahlen.

Im Nachhinein betrachtet erwies sich hier vor allem mein Interesse an zahlreichen Themengebieten und Branchen als sehr vorteilhaft. Heute schreibe ich für Technik-Blogs, erstelle den Content für Landingpages, helfe kleinen und mittleren Unternehmen beim Erstellen von Slogans oder verfasse Produktbeschreibungen.

Der Standard-Arbeitstag als Teilzeit-Texter

Dieser beginnt mit der bereits oben erwähnten „Frühschicht“. Hierbei werden in der Regel zuerst die Kundenanfragen und andere schreibrelevante Mails beantwortet. Meine Telefontermine setze ich mir stets auf meine Pausen oder wenn ich mit dem PKW zu einem meiner Jugendhilfe-Klienten fahre. Dieses Verfahren verlangt ein wenig Planung und Disziplin, hat sich aber bis heute sehr bewährt.

Zudem vereinbare ich mit meinen Kunden, dass wir uns, wann immer es Bedarf gibt, Sprach-Memos per What´s App zusenden. Somit kann ich hier ebenfalls höchst flexibel auf Kundenanfragen oder Wünsche reagieren.

Spätestens ab 18:00 Uhr geht mein regulärer Arbeitstag in mein zweites Berufsleben über. In der Regel koche ich nochmals Kaffee auf und widme mich mindestens 90 Minuten dem Schreiben.
Irgendwann ist, unabhängig von Motivation und Disziplin, eine Pause notwendig. Diese fülle ich mit täglich variierenden Sporteinheiten, zumeist eine Mischung aus Kraft- und Ausdauersport. Gerade diese Art des körperlichen Ausgleichs hat sich für mich besonders bewährt und mistet den Alltagsstress wunderbar aus.

Je nach Auftragslage setze ich mich dann nochmals für ein Stündchen an den Rechner, bevor ich dann auch Feierabend mache.

Am liebsten mit einer guten Serie, Klavierspielen oder einer Runde Playstation.

Fazit: Lange Tage – jedes Mal ein Erfolgserlebnis

Mir ist bewusst, dass diese Art des Arbeitens nicht in jeden Lebensentwurf passt. Da das Schreiben für mich jedoch eine sehr entspannende Wirkung hat, fühlt sich das Ganze definitiv nie nach Arbeit an. Spätestens wenn auch ein besonders komplexer Text oder Beitrag fertiggestellt ist, überwiegt sowieso nur noch das Erfolgserlebnis.

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Author

tina@familie-reinhardt.de

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Julianes Alltag als Texterin

21. Oktober 2020