1. Als Texter:in Geld verdienen

Macht der Wortpreis den Markt kaputt?

Texterinnen und Texter rechnen ihre Honorare nach unterschiedlichen Faktoren ab. Dabei wird nachgesagt, dass die Bezahlung per Wortpreis überholt sei und sogar den Markt kaputt mache. Lohnt es sich nicht mehr, nach Wort bezahlt zu werden und was gibt es für Alternativen?

Anmerkung: Alle angegebenen Preise in diesem Artikel sind Beispiele und entsprechen nicht den tatsächlichen Honoraren von Krümeltexte.

Was ist ein Wortpreis?

Einige Texterinnen und Texter rechnen ihre Aufträge auf Basis eines Wortpreises ab. Das bedeutet, dass sie den Aufwand für den Text gut kennen.

Klassischer Wortpreis: Es wird nur die Anzahl an Wörter bezahlt, die geschrieben wurden.

Dabei ist jedoch zu beachten, dass der klassische Wortpreis Korrekturschleifen, Recherchearbeit, Vorbereitungsarbeit und andere Dinge beinhalten sollte. Das ist auch extrem wichtig! Freelancer sollten dabei u.a. ihre Versicherungen mit einrechnen, ihre regelmäßigen Meetings mit dem Kunden und die (unbezahlte) Buchhaltung. Es wird also nicht nur allein das Wort an sich bezahlt, das binnen weniger Sekunden geschrieben wurde. Es steckt viel mehr Arbeit dahinter. Das wird häufig von Kunden vergessen.

Mit dem Wortpreis hast du die größte Transparenz. Hier kann die Kundschaft sicher sein, dass du nicht betrügst. Ist ein Wortpreis in Cent angegeben und eine Textlänge von beispielsweise 1500 Wörtern, ist die Honorarabrechnung unkompliziert und für jeden nachvollziehbar. Hier wird u.a. mit der Kundschaft besprochen, ob eine Abweichung der Wortanzahl drin ist oder nicht. Es gibt Menschen, die wünschen die exakte Anzahl an Wörtern, andere genehmigen eine gewisse Spanne. Beim genannten Beispiel von einem Auftrag mit 1500 Wörtern, kann die Abgabe mit 1480 Wörtern auch in Ordnung sein. Jedoch darf dann auch nur dieser Umfang in Rechnung gestellt werden.

Quelle: www.pixabay.com

Alternativen bei der Abrechnung

Nicht bei allen Textarten ist es sinnvoll, diese pro Wort abzurechnen. Alternativen dazu wären:

  • Stundenpreis
  • Pauschalpreis

Wie der Name „Stundenpreis“ sagt, wirst du hier nach Stunde bezahlt. Je nach Rechercheaufwand schaffst du in dieser Zeit vielleicht nur 100 Wörter oder aber gar 1.000 und noch mehr. Es macht finanziell keinen Unterschied, denn du hast für die Stunde einen Stundensatz vereinbart. Auftraggeber können eine genaue Auflistung verlangen, wann du wie viel Zeit mit welchen Aufgaben verbracht hast. Hier empfiehlt sich der Einsatz von Tools für die Zeiterfassung. Stundenpreise machen Sinn, wenn variable Tätigkeiten anfallen. Bei Korrekturarbeiten, Communitymanagement oder Ausarbeiten von Konzepten wäre das zum Beispiel der Fall. Diese Arbeiten können auch als Pauschalpreis abgerechnet werden.

Pauschalpreise eignen sich, auf Basis des Wortpreises, wenn die Anzahl der Wörter unwichtig ist. Wenn die Kundschaft regelmäßige Blogartikel haben möchte, die beispielsweise zwischen 500 und 600 Wörtern liegen, kannst du eine Pauschale abrechnen. Diese sollte sich an einem Mittelwert orientieren. In diesem Beispiel wären das 550 Wörter. Ist die Differenz zwischen Minimum und Maximum zu groß (z. B. 500 – 1100 Wörter) eignet sich eventuell ein Wortpreis besser.

Macht der Wortpreis den Markt kaputt?

Durch die Etablierung von Plattformen im Internet (wie Textbroker), hat sich der klassische Wortpreis als Abrechnung eingebürgert. Das führt aufgrund von Dumpingpreisen jedoch zu einem Ungleichgewicht.

„Suche Content Writer für ein E-Book mit 20.000 Wörtern!“ – So könnte eine Ausschreibung lauten.

Da macht es für den Kunden schon einen Unterschied, ob er den Schreiberling für nur 2 Cent (400 €) oder für 10 Cent pro Wort (2.000 €) bezahlt. Texterinnen und Texter, die zu niedrige Wortpreise angeben, verwöhnen den Kunden. Und sie verkaufen sich zudem unter ihrem Wert. Geiz ist geil, deshalb findet man Unmengen an Auftragsausschreibungen, in denen die Auftraggeber nicht bereits sind, die harte Arbeit des Writers zu bezahlen. Andersherum gibt es auch Texterinnen und Texter, die immense Summen pro Wort verlangen. Aus diesem Grund ist der Wortpreis stark in Verruf gekommen.

Denke immer daran: gut, günstig, schnell – du kannst nicht alle drei Aspekte erfüllen. Mindestens einer davon bleibt auf der Strecke.

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Wortpreis als Basis nutzen

Du kannst den Wortpreis als Basis für deine Honorarberechnung nutzen. Wie oben bereits erwähnt, erledigst du mehr als nur reines Tippen. Wenn du einen Text von 1.500 Wörtern hast, aber die Vorarbeit (Keywordanalyse, Recherche etc.) und zusätzlich Aufgaben wie das Einpflegen ins Content-Management-System (kurz CMS) übernehmen sollst, kannst du deinen Wortpreis mit einem Pauschalpreis ergänzen.

Nehmen wir mal an, du brauchst für das Schreiben des Textes 90 Minuten (du hast vorher Briefing, Recherchelinks, Keywords vorgegeben bekommen) und hast für den Text 60 € in Rechnung gestellt. Nun sollst du das Einpflegen zusätzlich übernehmen. Du musst dir überlegen, wie aufwendig die Vor- und Nacharbeit ist und handelst mit dem Kunden eine Pauschale aus, die auf den Wortpreis on top kommt. Denn wenn du plötzlich 2,5 Stunden für den Auftrag brauchst, hast du weniger Zeit für andere Kunden und einen geringeren Stundenlohn, wenn du dich mit deinem üblichen Wortpreis bezahlen lässt. Nutze deshalb deinen Wortpreis als Basis für Stunden- oder Pauschalbeträge. Auf Grundlage des Wortpreises kannst du auch reine Stunden- oder Pauschalpreise ermitteln, ohne dass du mit dem Kunden einen konkreten Wortpreis verhandelst. Deine Erfahrung wird dir zeigen, wie lange du für einen Text oder ein Projekt brauchst.

Krümeltexte arbeitet transparent

Eine gelungene Kommunikation vor Auftragsvergabe und Transparenz sind uns wichtig. Wir stimmen uns mit der Kundschaft ab und besprechen die Kosten anhand des Aufwandes und des Projektes. Uns würde interessieren, welche Meinung du vertrittst. Glaubst du, dass der Wortpreis den Markt für Content Writer zerstört? Wie rechnest du am liebsten ab? Verrate es uns in den Kommentaren.

Author

tina@familie-reinhardt.de

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